Malteser ... weil Naehe zaehlt.

Reaktionen nach einer belastenden Situation

Ein psychisches Trauma kann durch ein objektiv feststellbares Ereignis ausgelöst werden, das außerhalb der normalen Erfahrungsnorm liegt.
Dieses Ereignis kann den (drohenden) Tod, die Verletzung oder die Gefahr der körperlichen Unversehrtheit der eigenen oder anderer Personen beinhalten.
Dieses Ereignis beinhaltet das subjektive Erleben von Hilflosigkeit, Ohnmacht, intensiver Furcht und Entsetzen.

Haben Sie oder einer Ihrer Angehörigen so etwas erlebt, kann eine oder mehrere der folgenden Reaktionen erscheinen, wobei nicht jeder in gleichem Maße betroffen sein muss:

· Gefühl der inneren Leere
· Erinnerungen und innere Bilder
  Die erlebten Bilder kommen plötzlich wieder.
  Gerüche, Geräusche und Gefühle gehen einem nicht aus dem Kopf.
· Körperliche Beschwerden wie Schweißausbrüche, Zittern, Übelkeit
  Kopfschmerzen, Herzklopfen, Verspannungen, allgemeines Unwohlsein, Schlafstörungen,
  erhöhter Blutdruck etc.
· Psychische Auswirkungen:
  - Angst- und Panikanfälle ohne Grund- Interessenslosigkeit und Essstörungen
  - erhöhte Erregbarkeit und Misstrauen
  - Alpträume, Erinnerungslücken, Konzentrationsschwierigkeiten und Probleme beim
    klaren Denken.
  - Allgemeine Verhaltensveränderungen
  - „Gefühlsachterbahn“, Zurückziehen, Abkapseln

· Die Angst, Orte des belastenden Ereignisses zu besuchen oder auslösende Tätigkeiten
  (wie Autofahren) auszuüben
· Schuldgefühle und Selbstvorwürfe
  - Selbstvorwürfe, das Geschehene nicht verhindert zu haben
  - Schuldgefühl überlebt zu haben

Alle beschriebenen Reaktionen sind zunächst nach solchen Erlebnissen normal und verschwinden in der Regel innerhalb von ca. 4 Wochen.

Sollten Sie über diese Zeit hinaus von den Symptomen gequält werden, wenden Sie Sich bitte dringend an einen Psychologen, Psychiater oder an eine verantwortliche Beratungsstelle (wie z.B.: Krisendienst Horizont bei einem Trauma nach dem Suizid eines Angehörigen etc.)

Was können Sie tun?
· Reden Sie über das Erlebte!
    Erzählen Sie was passiert ist. Auch Niederschreiben der Erinnerungen kann helfen
    das Erlebte zu verarbeiten.
· Informieren Sie Ihre Umwelt über Ihre Probleme und das Erlebte!
    Sie haben sich durch das Unglück verändert. Auch Ihre Familie, Freunde und
    Kollegen bemerken wenn Sie sich verändern und machen sich Sorgen.
· Lassen Sie Ihren Gefühlen freien Lauf!
    Es wäre falsch, sich jetzt strikt „zusammenzureißen“ und zum Alltag zurückzukehren.
    Lassen Sie Ihren Gefühlen freien Lauf und beschäftigen Sie sich mit Ihren Emotionen.
    Dazu ist es wichtig, dem Körper „Spüraugenblicke“ zu widmen.
· Körperliche Aktivität und regelmäßige Tätigkeit!
    Machen Sie etwas, von dem Sie wissen, dass es Ihnen gut tut.
    Sport (im vernünftigen Ausmaß) hilft angestaute Aggressionen zu lösen und
    beschleunigt das Wohlgefühl. Das Wiederaufnehmen des Tagesablaufs gibt Struktur.
· Suchen Sie Kontakt zu Menschen, die das Gleiche erlebt haben!
· Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen!
· Reden Sie mit Fachleuten!
    Ihr Hausarzt, Psychologe oder Psychiater, Pfarrer oder eine andere Beratungsstelle
    hilft Ihnen gerne, das Erlebte zu verarbeiten, wenn Sie das
    Gefühl haben nicht klar zukommen.

Was Sie vermeiden sollten!
· Verdrängen von Erinnerungen und Gefühlen
· Übermässiger Alkohol- und Nikotingenuss
· Medikamentenmissbrauch
    Fragen Sie vor Einnahme von Schlaf und Beruhigungsmitteln Ihren Arzt.
    Es ist kontraproduktiv Gefühle medikamentös "abzutöten".
· Schweigen und sich Zurückziehen
Letzte Änderung - Dienstag, 17. Oktober 2017
in Kooperation mit

logo brk

log juh

sowie der
katholischen und evangelischen Kirche



 
24 Stunden für Sie da


Ihr Team der Notfallseelsorge
und
Krisenintervention

in Regensburg

 
©2010; Malteser Hilfsdienst e.V. Regensburg Referat PSNV